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Willkommen auf der Homepage der Esoterik-Autorin Manuela Baur.

Bisherige Veröffentlichungen:

* Das neue Buch der Schatten

* Die magische Wahrheit

* Seelengeschichten

und diverse spirituelle Erzählungen in der Zeitschrift "Welt der Esoterik".

In diesem Blog finden Sie Textauszüge aus den esoterischen Büchern. Die Bücher sind direkt über den Verlag, Amazon, Ebay oder im Buchhandel erhältlich.

19.5.07 19:56


Das neue Buch der Schatten

Textauszug:

Begriffsdefinitionen

 

Esoterik

 

Im 19. Jahrhundert wurde die „Esoterik“ wie folgt definiert: „Die Esoterik ist eine Wissenschaft von den verborgenen Kräften der Natur, des Menschen und der göttlichen Ebene“. Das Wort „Esoterik“ ist eigentlich seit der Hippie-Bewegung zu einem Sammelbegriff geworden und muss leider für vieles herhalten, das gar nicht in diesen Bereich gehört. Die Esoterik ist mittlerweile ein Schlagwort, das alles zusammenfasst, was irgendwie „übersinnlich“ scheint. „Esoterik“ ist abgeleitet von „esoteros“ (griechisch), was „nach innen gerichtet“ bedeutet. Philosophisch betrachtet ist die Esoterik eine allumfassende, universalreligiöse Anschauung, ein „Ur-Wissen“, das jenseits einer bestimmten Glaubensrichtung angesiedelt ist. Das klassische Wissen der Esoterik galt früher als exklusives Sonderwissen, das „hermetisch“, also geheim und im Verborgenen in Bruderschaften, Logen, Orden, esoterischen Schulen von „Mund zu Ohr“ gelehrt wurde. Auch heute noch existieren solche Geheimbünde und Zusammenschlüsse, in denen die esoterischen Disziplinen (Astrologie, Tarot, Kabbala, Pendeln, Channeling) traditionsgemäß erlernt werden können. Dennoch bleibt der esoterische Pfad ein individueller Weg, der nur alleine, durch kontinuierliches Studieren, Wissensaneignung und praktische Umsetzung eingeschlagen werden kann. Die Esoterik will nicht belehren, nicht missionieren und auch nicht verändern. Sie basiert auf dem freien Willen des Individuums und weiß um die Unveränderbarkeit evolutionärer Entwicklungsprozesse. Aber so, wie man zum Beispiel das Wachstum im Pflanzenreich in gewisser Weise beeinflussen und beschleunigen kann, geht man in der Esoterik davon aus, dass auch das geistige Wachstum, um das es in der Esoterik schließlich geht, zu beschleunigen ist.

 

„Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Meister!“, lautet eine Maxime in der Esoterik. Wobei mit „Meister“ nicht unbedingt ein geistig fortgeschrittener Mensch oder Lehrer einer esoterischen Schule und auch kein „Messias“ und schon gar kein „Guru“ gemeint sein muss. Der „Meister“ kann auch eine nicht sichtbare Energie sein, die einem dabei hilft, seinen geistigen Weg weiterzuverfolgen und die richtigen Erkenntnisse zu erlangen. Durch das Studieren esoterischer Schriften und schließlich in der Umsetzung kann sich schon eine Bewusstseinserweiterung ergeben. Nämlich dann, wenn verstanden wird, was die Prinzipien der Esoterik meinen.

 


In der Esoterik kennt man sieben hermetische Prinzipien:

 

  1. das Prinzip der Geistigkeit

     

(Das All ist Geist, das Universum ist Geist, gehalten im Geist des Alls!)

 

  1. das Prinzip der Entsprechung

     

(„Wie oben, so unten; wie unten, so oben“, lautet ein wichtiger Spruch der esoterischen Philosophie. Er besagt, dass alles, was in uns geschieht, auch außerhalb passiert und umgekehrt und dass das, was sich im Mikrokosmos (im Kleinen) abspielt, sich auch im Makrokosmos (im Großen) ereignet und auch wieder umgekehrt!)

 

  1. das Prinzip der Schwingung

     

(Alles befindet sich in Schwingung und bewegt sich, ist niemals ruhig!)

 

  1. das Prinzip der Polarität

     

(Alles ist zweifach und hat zwei Pole, das eine existiert nur, weil das andere existiert, wir kennen nur das Licht, weil wir die Dunkelheit kennen und wir wissen, was warm ist, weil wir auch wissen, was kalt ist und so weiter!)

 

  1. das Prinzip des Rhythmus

     

(Alles fließt ständig ein und aus, alles steigt und fällt, Rhythmus ist überall und kompensiert!)

 

  1. das Prinzip von Ursache und Wirkung

     

(Jede Ursache hat auch eine Wirkung und jede Wirkung hat eine Ursache! Alles geschieht nach diesem Gesetz und nichts entgeht diesem Gesetz! Auf dem Prinzip von Ursache und Wirkung basiert auch das Karmagesetz, also das Gesetz der Wiedergeburt. Für die Ursachen, die ein Mensch in seinen früheren Leben geschaffen hat, will das Gesetz einen natürlichen Ausgleich schaffen.)

 

  1. das Prinzip des Geschlechts

     

(Geschlecht ist überall, in allem und auf allen Ebenen, alles hat weibliche und männliche Prinzipien.)

Der Textauszug ist urheberrechtlich geschützt und darf weder kopiert, noch an anderer Stelle publiziert werden.

6.9.06 21:31


Seelengeschichten

Textauszug:

Pan
Ich entdecke sie zwischen den Bäumen, die dicht aneinander stehen und grüne Blätter tragen. Ihre Äste sind mit Efeu umwachsen. Sie sehen frisch und kraftvoll aus. Überall zwischen den Bäumen blühen üppige Sträucher und Farne in schillernden Grün- und Braun-Tönen. Einige Lichtstrahlen kämpfen sich durch den dichten Wald und lassen die blühende und grünende Natur in einem magischen Licht erstrahlen. Der Boden ist mit Moos bewachsen und ich höre ein paar Vögel vergnügt pfeifen.
Aber als ihre lauten, schmerzerfüllten Schreie im Gehölz widerhallen, verstummt das Vogelgezwitscher. Die Natur und Bewohner des Waldes scheinen inne zu halten. Es kehrt eine seltsam anmutende Ruhe ein. Kein Laub rasselt, kein Ast bewegt sich im Wind, kein Vogel wagt es, einen Pieps von sich zu geben. Und wieder schreit sie Mark erschütternd.
Obwohl ich mich eigentlich lieber abwenden möchte, kann ich meine Augen nicht von ihr lassen. Ihr Haar klebt ihr schweißnass am Kopf. Sie zittert am ganzen Körper und bäumt sich immer wieder unter den scheinbar immensen Schmerzen auf. Mit jeder Wehe, die sie überkommt, stößt sie einen langen, grellen Schrei aus.
Sie ist eine Nymphe und wunderschön, auch im Moment der Geburt ihres Kindes. Rücklings liegt sie auf einer kleinen, bemoosten Anhöhe zwischen den scheinbar größten, höchsten und schönsten Bäumen des Waldes. Sie scheinen sie beschützen zu wollen, vor dem drohenden Unheil, das schon bald über sie hereinbricht. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich kann es spüren.
Ihr ebenmäßiges Gesicht ist schmerzverzerrt. Dicke Schweißperlen übersähen wie hässliche Pickel ihren hellen Teint. Ihr dunkles Leinengewand spannt sich über ihrem dicken Bauch. Selbst ihre zarten, blassen Waden, die unter dem Kleid hervorlugen und mit denen sie sich abzustützen versucht, sind mit Schweiß überzogen. An den ruckartigen Bewegungen ihres Körpers, an dem plötzlichen Aufbäumen ihres Leibes, an ihrem schönen Gesicht, das vor Anstrengung Falten wirft und an ihren vollen, roten Lippen, denen immer wieder ein unmenschlicher Schrei entweicht, kann man die Pein erahnen, die sie bei der Geburt ihres Kindes erleidet.
Ein letzter, lang gezogener, qualvoller Schrei, der alles andere im magischen Wald unwichtig erscheinen lässt, der noch einmal all den Schmerz wiedergibt, den sie durchleidet, hallt, für jeden hörbar, durch Geäst und Gehölz. Ich schäme mich fast, dass ich zusehe. Aber eine Stimme in mir sagt: „Sieh’ hin!“ Ich bin wie ein Zuschauer, der zusehen muss. Und ich bleibe auch nur ein Zuschauer, der sich eine Art Theaterstück ansieht. Ich bin in einer anderen Welt, als die Dryade.
Dann ist es still, ganz still. Alles ist ruhig. Alles hält den Atem an. Die Nymphe hat es geschafft. Ihr Kind hat das Licht der Welt erblickt.
Und als ich voller Entsetzen auf das Neugeborene schaue, davon ausgehend, dass es wunderschön wie die Mutter ist, erstarre ich vor Schreck. Ich halte die Luft an. Ich kann es nicht glauben. Ich bin fassungslos, bestürzt und angewidert von dem, was mein Auge erblickt.
Auch die Nymphenmutter erschreckt entsetzlich über das Aussehen ihres Kindes. Sie schlägt die Hände vors Gesicht und beginnt bitterlich zu weinen. Ihr lautes, elegisches Schluchzen erfüllt den ganzen Wald mit einer unendlichen Traurigkeit.
Dann hält sie inne, betrachtet noch einmal das Kind, das sie gerade zur Welt gebracht hat und legt die Stirn in Falten. Sie scheint zu überlegen.
Schließlich rappelt sie sich hoch, sie scheint noch immer Schmerzen zu haben und ihr Bauch ist noch immer dick angeschwollen. Aber ihr Ekel ist größer, als die Liebe, die sie zu empfinden glaubte.
Bevor sie im Dickicht des Waldes für immer verschwindet, schaut sie noch einmal auf ihren Sohn, der hilflos und in seinem eigenen Blut und in dem seiner Mutter, liegt und wundersamer Weise keinen Ton von sich gibt. Die hübsche Nymphe schüttelt ungläubig ihren Kopf und wendet sich schließlich für immer ab. Dann hört man nur noch das Rascheln, als sie im Unterholz davoneilt. Sie hat die Bühne verlassen.
Zurück bleibt der schutzlose Junge. Mutterseelen alleine liegt er auf dem bemoosten Hügel. Für Bruchteile von Sekunden tut er mir Leid. Dann betrachte ich ihn abermals und kann ihren Widerwillen begreifen.
Das Kind, das weder menschliche noch nymphische Züge an sich hat, ist fern jeglicher Schönheit. Es ist gehörnt, eselsköpfig, geißfüßig und sein Unterleib ist mit einem dichten Tierpelz überzogen. Es ist ein Ausbund an animalischer Hässlichkeit. Ist es da ein Wunder, dass sich die Mutter weigert, diesen Sohn zu akzeptieren, der nichts an sich hat, was man auch nur im Entferntesten als liebenswert bezeichnen könnte?
Ein Flüstern raunt durch den Wald. Er kommt! Ich weiß nicht, woher und von wem dieses Geflüstere kommt, aber ich hefte meinen Blick weiter auf die schreckliche, kleine Kreatur. Hermes, sein Vater!, echot es geheimnisvoll aus den Baumwipfeln.
Dann sehe ich ihn. Hermes, der geflügelte Götterbote, eine eher kleine Gestalt mit güldenem Haar und geflügelten Beinen, beugt sich über seinen Sohn. Er sagt nichts, sondern betrachtet sein Kind nachdenklich und lang, bevor er es aufnimmt und in ein Hasenfell wickelt. „Komm’, mein Sohn Pan!“, sagt er leise, „ich bringe dich auf den Olymp zu den Göttern!“ Dann steigt er auf, mit dem in Hasenfell eingepacktes Bündel in seinen Armen, und schwebt davon.
Die Bühne ist nun leer. Ich hätte gerne gewusst, wie es mit dem kleinen Pan weitergeht. Und genau so gerne hätte ich erfahren, warum ausgerechnet ich der Zuseher dieser seltsamen Szene bin. Es muss einen Grund geben, warum ich die Geburt des Pan wie auf einer Theaterbühne verfolgen durfte.
Warte!, höre ich ein leises Flüstern aus dem Wald, warte und lerne! Ich begreife nicht und schaue interessiert von Baum zu Baum, um vielleicht jemanden zu erblicken, von dem die Worte kommen. Aber ich sehe niemanden! Sieh’ wieder hin, höre, lerne, begreife!, fispert es. Und ich blicke wieder auf den Hügel, auf dem zuvor die hübsche Wald-Nymphe ihren hässlichen Sohn Pan zur Welt gebracht hat.
Es kommt mir vor wie ein Szenenwechsel im Theater. Denn wo sonst gibt es solche Zeitsprünge.
Pan, der Sohn von Hermes und der Nymphe, ist nun erwachsen. Er scheint die bedauerliche Kreatur geblieben zu sein, die er von Geburt an war: Unansehnlich, Furcht einflößend, primitiv und von der Mutter verstoßen. Ich wundere mich, dass ich Pan nicht im Schutze der Götter auf dem Olymp sehe, wo ihn sein Vater nach der Geburt hingebracht hat, sondern dass er in den Wäldern sein Unwesen treibt.
Im ersten Moment erschrecke ich, als ich eine Stimme hinter mir höre. Aber als ich mich umdrehe, erblicke ich Hermes, der mit besorgtem Gesicht auf einem Ast sitzt. Er spricht leise, ohne seinen Blick von seinem Sohn abzuwenden: „Pan, der Rohe, der Triebhafte, der Zügellose lebt seine Aggressionen auf der unteren naturhaften Stufe aus. Er kam nie über die materielle, Körper betonte Ebene hinaus. Er steht für das irdische, unterentwickelte Leben, das nur das Streben kennt, den Lebensfunken zu hüten. Er ist Symbol für die Urkraft, die die Voraussetzung für die Existenz in der Menschenwelt ist. Pan löste bei den Göttern zwar Freude und Vergnügen aus. Aber als Bastard wird er schließlich doch nicht im olympischen Pantheon akzeptiert. Er wird zum zweiten Mal abgelehnt und sieht sich einer übermächtigen Naturgewalt ausgeliefert. Durch seine Aggression sichert er nur sein Überleben. Aber auch in ihm ist der göttliche Funke, auch er ist ein Teil der kosmischen Schöpfung, auch wenn er auf der untersten Stufe lebt. All das, was Pan, mein Sohn, verkörpert, hat jeder Mensch in sich. Wer das Ungeschliffene, Barbarische, Primitive und Niedere in sich ablehnt, ignoriert gleichzeitig die Gesamtheit seines Selbst und die göttliche Schöpfung. Er ist Symbol dafür, dass jedem Menschen in der naturhaften Verkörperung die kosmische Urenergie inne wohnt und dass auch das scheinbar Gewalttätige, Dunkle, Böse, Grobschlächtige beseelt und ein Teil der göttlichen Schöpfung ist.“
Was mir der Götterbote sagt, lasse ich lange und intensiv auf mich wirken und versuche, es mir zu merken. Ich begreife allmählich, warum mir nun dieses mystische Bühnenstück präsentiert wird. Auch hier gibt es für mich etwas zu lernen. Meine Albträume haben etwas von dem Wesen von Pan. Solange ich es abspalte, nicht integriere, ist mein Selbst nicht ganz. Ich spüre, dass ich meinen Weg zum Licht gefunden habe. Die Welt, in der Pan lebt, ist meiner Albtraum-Welt ähnlich. Und die Zeit ist gekommen, dass ich sie endlich verlasse. Am Beispiel von Pan erkenne ich, dass ich so niemals sein möchte.
Ich nicke, nachdem Hermes zu Ende gesprochen hat, und wende mich wieder dem Schauspiel zu, das das Leben von Pan zeigt.
Er tut mir fast Leid, wie er ungestüm und vor Wut ständig überschäumend, ruhelos auf der Lichtung hin- und herläuft. Er scheint nicht zu wissen, was er tun soll. Ab und zu bleibt er stehen und stampft mit seinen Geißhufen heftig auf. Zerstörerisch tritt er mit seinen behaarten Tierfüßen gegen die Moosbüschel, so dass sie in Fetzen umherwirbeln. Dann setzt er sich vor die Lyra, die auf der kleinen Lichtung steht, und versucht, sie zu spielen. Natürlich gelingt es ihm nicht, dem Instrument einen vernünftigen Ton zu entlocken. Was jetzt durch den Wald hallt, ist keine harmonische Musik, sondern es ist lediglich disharmonischer Lärm. Er stößt einen zornigen, animalischen Schrei aus, als er wutentbrannt gegen die Lyra drischt.
Er hält kurz inne, als er ein infantiles Gelächter hört. Es scheint aus dem Wald zu kommen. Er blickt hinüber. Und auch ich drehe meinen Kopf. Ich erblicke drei wunderschöne, junge Nymphen, die am Waldrand stehen. Sie haben ihre Köpfe zusammengesteckt. Sie tuscheln und kichern und sie lachen ihn aus. Ein wenig kokettieren sie.
Dann blicke ich wieder auf Hermes’ Sohn und mir wird augenblicklich klar, wie abermals zornig ihn dieses Gelächter der Wald-Bewohnerinnen machen muss. Er schnauft laut. Seine massige Brust hebt und senkt sich. Die Wut, die in ihm hoch kocht, kann man ihm förmlich ansehen. Er ballt seine behaarten Fäuste und seine Tier-Nase bebt. Das ohrenbetäubende Gebrüll, das tief aus seinem Rachen kommt, lässt selbst die Nymphen erstarren. Sie halten augenblicklich inne. In ihren Augen blitzt Angst auf.
Noch eh sie davon laufen können, hat Pan sich in Bewegung gesetzt. Trotz seiner Fülle läuft er schnell. In Kürze ist er bei den Nymphen und fällt kraftvoll und brüllend über alle drei her. Sie haben keine Chance. Ich höre ihr spitzes Japsen und ihre hilflosen Schreie, bevor er seine großen Pratzen auf ihre Münder drückt und seinen massigen Leib verlangend auf sie wirft.
Ich bekomme es mit der Angst zu tun, weiß aber, dass ich in dieses Geschehen nicht eingreifen kann. Diese Wesen befinden sich in der Anderswelt, in die ich nicht gelangen kann. Eine Art unsichtbare Mauer ist zwischen uns. Ich begreife, dass das ungestüme Gemüt von Pan mir eine Lehre sein soll. Und ich begreife auch, wohin es führen kann, wenn man sein Selbst nur einseitig lebt.
Bevor ich mich angewidert wegdrehe, sehe ich die schlanken, elfenbeinfarbenen Beine der jungen Nymphen, die unter Pan’s feistem, beharrtem Tierunterleib strampeln. Zwei dünne, blasse Arme ziehen ihn an den Ohren. Mir wird augenblicklich klar, dass Pan sich nach Liebe sehnt, nach der Liebe seiner Mutter. Dieser tief in ihm hausenden Sehnsucht kann er nur durch brutale Aggression Ausdruck verleihen.
Ich will mich an Hermes wenden, den ich noch hinter mir vermute. Aber er ist nicht mehr da. Meine leisen Rufe nach dem Boten der Götter und dem filigranen Vater des groben Pan verhallen in den unergründlichen Tiefen des magischen Waldes.
Hermes und Pan bilden die bedeutenden Gegensätze. Hermes hat sein Bewusstsein verfeinert, Pan, obwohl er das Erbgut seines weit entwickelten Vaters trägt, gelingt es nicht, auch sein Wesen zu veredeln. Obwohl er die Anlage besitzen würde, schafft er es nicht, seine triebhafte Natur zu besiegen.
Ich bin dankbar für diese Lehre, die die Anderswelt mir erteilt hat. Ich fühle mich befreit, beseelt, im aufklärenden, positiven Sinne belehrt und glaube, nie mehr einen bösen Albtraum zu haben.
Ich schließe zufrieden meine Augen und atme tief den reinigenden Duft der um mich stehenden Bäume, Gräser und Farne ein...

Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht ohne Genehmigung veröffentlicht werden. Deshalb bitte nicht kopieren.

6.9.06 22:16


Die magische Wahrheit

Textauszug aus

"Die magische Wahrheit"

Ultimativer Eso-Kick

Was tut überhaupt jemand, der sich für die Esoterik interessiert, außer entsprechende Bücher zu lesen, mit Gleichgesinnten über den Sinn des Lebens zu philosophieren, seine Wohnung mit ätherischen Ölen zu beduften und nach Selbstfindungs-Wochenenden und spirituellen Workshops Ausschau zu halten? Ist nicht alles blanke Theorie, während sich die praktische Anwendung allenfalls im regelmäßigen Meditieren und in tiefgründigen Gesprächen über Leben und Tod erschöpft? Oder ist jemand ein „praktizierender Esoteriker“, wenn er mit diversen magischen Hilfsmitteln hantiert, weiß, welches Kräuterchen gegen den Liebeskummer gewachsen ist und welcher Feng-Shui-Anhänger wo in der Wohnung richtig platziert ist, dass er die Energie bündelt? Welche Gesinnung haben „Esoteriker“ und wie sieht ihre „Lebensphilosophie“ aus? Was unterscheidet sie von anderen? Was denken und was tun sie? Wer ist wann und wie erleuchtet?

 

Eine tatsächliche Erleuchtung ist im Grunde genommen etwas Heiliges, eine göttliche und wahrlich übersinnliche Erfahrung, die wohl nur in den seltensten Fällen durch eine tiefe Meditation gemacht werden kann. Vielmehr wird sie einem „zuteil“, man könnte auch sagen: „Sie kommt über einen!“. Man kann sie nicht anstreben und sowieso nicht erzwingen. Wer sich zum Beispiel dazu berufen fühlt, in ein Kloster gehen zu wollen, um göttliche Erfahrungen zu machen und dem Weltlichen den Rücken zu kehren, mag die Bereitschaft zur Erleuchtung mit sich bringen, aber sicher ist sie ihm nicht.

 

Wenn man einem mystischen Orden beitritt, Spirituelles studiert und schließlich im klassischen Sinne eingeweiht wird, mag eine solche Einweihung einer Erleuchtung gleichkommen, nämlich dann, wenn das theoretisch Erlernte praktisch erfahren wird, wenn der Schüler in Kontakt mit seiner Seele und dem göttlichen Licht kommt.

 

Aber im Alltag und für einen Menschen, der die Esoterik für sich studiert, wird die Erleuchtung ein fernes Ziel bleiben, das es im Übrigen auch gar nicht anzustreben gilt. Denn die Esoterik lehrt uns gerade, das Streben und Wollen loszulassen und aufzugeben. Ein all zu verbissenes Streben ist meist sowieso von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Das gilt nicht nur für die alltäglichen Belange, sondern gerade für die oft angestrebte Bewusstseinserweiterung, die sich oft dann erst einstellt, wenn wir nicht mehr energisch auf sie hinarbeiten.

 

Für unseren persönlichen Weg ist es lediglich wichtig, dass wir ihn mehr und mehr vor Augen haben und ihn zielstrebig gehen und unsere Entscheidungen so treffen, dass wir fühlen, dass sie für uns die richtigen sind. Uns selbst immer näher zu kommen, unser Selbst zu leben und unsere Aufgaben zu erkennen und wahrzunehmen, sollte unser primäres Bestreben sein. Und vielleicht sind wir dann schon ein wenig „erleuchtet“, also „angestrahlt“ vom göttlichen Licht. Die „große Erleuchtung“ hat sich manchmal hinter (oder in) Menschen verborgen, die die kleinen Dinge in ihrem diesseitigen Leben immer so meistern, wie es ihrem Selbst und somit der göttlichen Vorsehung entspricht. Denn um das Leben im Diesseits geht es. Was uns im Jenseits erwartet, können wir konkret nicht sagen oder wissen. Auch wenn alle Religionen und Mysterienlehren seit jeher versuchen, uns vom Jenseits eine Vorstellung zu verschaffen. Es bleibt eine Frage des Glaubens, wie wir das, was folgt, wenn unsere Seele ihr Erdenkleid ablegt, interpretieren. Und jeder, der sich mit der Esoterik beschäftigt, hofft, dass ihm ein kleiner, aber wahrer Einblick in „das Leben der Seele“ gewährt wird, wenn sie sich von ihrer sterblichen Hülle losgelöst hat und sich in der geistigen Welt aufhält.

 

Der Text ist urheberrechtlich geschützt und darf weder kopiert, noch an anderer Stelle publiziert werden.

6.9.06 22:02





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